Das Mietshäuser Syndikat

Das Syndikat ist ein Verbund aus mitlerweile über 100 Hausprojekten und 20 Projektinitiativen in ganz Deutschland. Über 100 Gruppen also, die ihre Häuser kollektiv verwalten und selbstbestimmt darin wohnen.
Seit Februar 2017 ist auch unser Projekt Teil des Mietshäuser Syndikats. Was steckt dahinter und wie funktioniert das?

Kollektives Eigenutm sichern

Teil unserer Projektidee ist der Ansatz, Eigentum zu kollektivieren. „Die Häuser denen, die drin wohnen“ soll dabei gelten, und zwar für immer. Um die Gefahr zu verhindern, dass in Zukunft in unserem kollektiv angeeigenten Haus einmal eine Gruppe wohnt, die auf die Idee kommt, das Haus gewinnbringend zu verkaufen und es zu privatisieren, haben sich die Häuser des Mietshäuser Syndikats auch rechtlich miteinander verbunden.
Eigentümerinnen der Häuser sind jeweils Hausbesitz-GmbHs, in unserem Fall die SOL Leipzig GmbH. Die Hausbesitz-GmbH hat zwei Gesellschafter. Zum einen den Hausverein. Das ist der von uns gegründete SterchenProjekt e.V. Der Hausverein verwaltet das Haus autonom und alle Bewohner_innen des Hauses sind Mitglieder des Vereins. Als zweite Gesellschafterin tritt die Mietshäuser Syndikats GmbH auf. Sie hat beispielsweise in der Frage, ob das Haus weiter verkauft wird Stimmrecht, und kann dies somit verhindern. Das Mietshäuser Syndikat ist somit eine Art Wächter- bzw. Kontrollorganisation und die Häuser des Mietshäuser Syndikats sind dauerhaft vor Privatisierung, Gewinnorienterung und Spekulation geschützt.

Hausbesitz Schema

Solidarverbund

Neben der rechtlichen Verschränkung ist das Mietshäuser Syndikat auch ein Solidarverbund. Bestehende Projekte zahlen in einen gemeinsamen Topf, aus dem die Stammeinlagen an den jeweiligen Hausbesitz GmbHs finanziert werden, außerdem Infrastrukturkosten und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. Der Beitrag steigt dabei wenn sich Hausprojekte etabliert haben und finanziell auf stabilen Beinen stehen.
Doch nicht nur finanziell geben ältere Projekte ihre Unterstützung. Im Mietshäuser Syndikat findet auch ein großer Wissenstransfer statt. Projektinitiativen werden unterstützt und beraten. Und so durften auch wir in den letzten Jahren erleben, wie wichtig der rege Austausch mit Berater_innen und bestehenden Projekten ist. In Fragen zum Kaufprozess, zur Buchhaltung, zur Direktkredit-Verwaltung, zum Bau, zu Gruppenprozessen…
Wir hoffen dieses Wissen auch an kommende Projekte weitergeben zu können, wenn unser Projekt einmal etabliert ist und wir die Gründungsphase überstanden haben.

Mehr Informationen über das Mietshäuser Syndikat und andere Projekte im Syndikatsverbund gibts hier.